Zu den wenigen Ziergräsern, die auch in Deutschland schon lange in Kultur sind, zählt das Pampasgras (Cortaderia selloana). Dieses imposante Riesengras stammt aus den offenen Grasformationen Südamerikas und wird wegen seiner mannshohen, leuchtenden Blüten- und Samenähren kultiviert.
Da es bei uns jedoch nur wenige Gartengestalter mit dem rechten Blick für stimmige Pflanzenkompositionen gab, ist dieses wahrhaft anmutige Gewächs leider völlig an den Rand der modernen Pflanzenverwendung geraten. Denn Pampasgräser fristeten lange Zeit ein schauerliches Dasein zwischen bunten Rosenrabatten, oder sie mussten die irrwitzige Kombination mit gemischten Heidekräutern über sich ergehen lassen.
Ist eine bestimmte Pflanzengruppe erst einmal in solch einen stilistischen Abgrund gefallen, ist es schwer, sie wieder ins rechte Licht zu rücken. Doch gerade beim Pampasgras lohnt es sich, alle negativen Assoziationen über Bord zu werfen und einen Schritt nach hinten zu wagen, um dieses erhabene Geschöpf neu zu betrachten.
Der statische Aufbau der kräftigen Blatthorste und die stolzen Vertikalen der hohen Blütenähren versprühen für mich ein kaum zu erreichendes Maß an Modernität und Grazie. Richtig eingesetzt, bringt der Gräserriese Ruhe und Ausgeglichenheit in kleinteilige Gartensituationen.
Pampasgräser wollen von weitem betrachtet werden und eignen sich perfekt als Schlusspunkt eines Gartens, wo sie ausreichend Platz zur Verfügung haben sollten, um sich in alle Richtungen fontaineartig zu entfalten. Auch als Partner von dekorativen oder baulichen Elementen bringen sie Größe und Erhabenheit ins Gartenbild.
Über die offensichtlichen, gestalterischen Vorzüge hinaus hat das Pampasgras noch einiges mehr zu bieten: Die äußerst langlebigen Pflanzen sind in milderen Wintern immergrün und behalten die hohen Ähren oftmals von Hochsommer bis zum nächsten Frühjahr. Je nach Gartengröße stehen unterschiedliche Sorten zu Verfügung; so bleibt Cortaderia selloana ‘Pumila’ mit etwa 1,5 Metern Höhe deutlich kleiner als die Ursprungsart. ‘Sunningdale Silver’ (Foto) schafft es hingegen, über drei Meter hoch zu werden.
Mein Tipp: Buntlaubige Pampasgräser, wie das weiß gestreifte ‘Silver Comet’ oder das gelb panaschierte ‘Aureolineata’ bringen rund ums Jahr Farbe in den Garten.